Push oder Pull-Marketing

Eine persönliche „Case-Study“ in Sachen Push-& Pull-Marketing inspirierte mich zu dieser wichtigen Frage, die ich heute hier mit Dir teilen möchte.

Anfang März hatte ich mich mit dem Gedanken gespielt, mir ein Personal Coaching bei einem sehr renommierten Marketier aus UK zu gönnen. Da er mir von einer Freundin empfohlen wurde (PULL) und ich auch seine Aktivitäten (PULL) schon länger online verfolgte, hatte er zu dieser Zeit bereits einiges an Vorschusslorbeeren bei mir gesammelt.

Unser Skype-Gespräch verlief dann auch sehr gut und ich hatte das Gefühl, ja das könnte passen, denn letztlich muss ja nicht nur der Wissenstransfer, sondern vor allem auch die Chemie zwischen den beiden Seiten stimmen. Ich bat also um ein Angebot für eine Einzel-Session, nach der ich mich dann final für oder gegen eine Zusammenarbeit entscheiden würde und ich machte klar, dass ich dafür erst ab Mitte April den Kopf frei hätte.

Von da an lief das ganze so ab:

  • Ich erhielt gleich mal ein Angebot über 10 Einzel-Coaching aber nicht für ein erstes Probe-Coaching, da dies aus seiner Sicht der „beste Deal für mich“ wäre. Ich also nochmals nachgefasst und wieder kam die gleiche Antwort, nur etwas anders verpackt. Zweimal Push auf seiner Seite der zum ersten Dislike auf meiner Seite führte.
  • Eine Woche später kam eine Email mit dem Hinweis, dass er ab 01. April seine Preise erhöht. „Am besten wäre es für mich“ gleich zu buchen, damit ich noch von den besseren Konditionen profitiere. Die 10 Stunden wären ja dann als Guthaben da und ich könnte sie buchen, wann immer ich will. Ich sage nur manipulativer BIG-PUSH & großer Fehler auf seiner Seite sowie große Verärgerung auf meiner Seite!
  • Die nächsten zwei Messages kamen in kurzen Abständen als PN über Facebook mit Motivations-Spruch sowie via Google+. Es täte ihm leid, dass er nicht an meinem Webinar teilnehmen konnte aber im Coaching würde er mir dann eine super Conversion-Strategie für Weinare verraten. Push-Push ich hör Dir trapsen.

Nachdem ich alles ignoriert hatte, weil ich schon sehr genervt als auch krank geworden war, hab ich zwischendrin dann doch mal eine kurze Nachricht geschrieben. Ich teilte ihm mit, dass ich ernsthaft erkrankt bin, die nächsten Wochen nicht sprechen darf und ich mich bei ihm melde, sollte ich doch noch Interesse an seinem Angebot haben.

  • Tja, dann kam eine kurze Email mit Guten-Besserungs-Wünschen und ein paar Tage später dann eine Email von seiner persönlichen Assistentin, das wir nächste Woche loslegen können und ich sollte doch schon mal einen Termin dafür buchen. PUUUUSSSSHHHH und Schlusssss!

Damit hatte er sich bei mir komplett und für alle Zeiten ins AUS befördert.

Seine größten Fehler waren

a) Er hat mir nicht zugehört und meine Wünsche z.B. Start ab Mitte April sowie Probe-Session bereits in der Angebotsphase völlig ignoriert
b) Er war ausschließlich im PUSH-Modus und darauf fixiert, mein Geld so schnell wie möglich zu seinem zu machen
c) Er hat ignoriert, dass er es hier ebenfalls mit einem Marketing-Pro zu tun hat, der all diese kleinen alten manipulativen Tricks auf 100 km riecht
d) Er hat sich absolut nicht für mich und meine aktuelle Situation interessiert. Im Gegenteil, er hat weiter versucht mir sein Coaching zu verkaufen, obwohl ich gesundheitlich gar nicht dazu in der Lage war. Wahrscheinlich hätte er dann einfach in den 60 Minuten das Reden non-stop selbst übernommen.

Mein Weg – so gehe ich – erfolgreich – vor:

1. Wenn Du zu Beginn eine Einzelberatung oder Coaching buchen möchtest, dann bekommst Du genau dafür das Angebot, ergänzt um den Hinweis, dass es für Dich später die Möglichkeit gibt, mehrere Stunden in einem Paket zu Sonderkonditionen zu buchen.

2. Wenn ich wirklich vorhabe, die Preise in nächster Zeit zu erhöhen oder wenn das Angebot zeitlich limitiert ist, dann erfährst Du das von Anfang an. Vergesse ich das, dann ist das mein und nicht Dein Problem. Ich werde dies definitiv niemals einsetzen, um später Nachzutarokken oder Dich damit unter Druck zu setzen jetzt zu buchen. Solche manipulativen Aktionen hinterlassen immer einen schalen Geschmack! Für mich keine Basis für eine gute Zusammenarbeit.

3. Ich nehme Dich als mein Gegenüber, Deine Wünsche sowie Bedürfnisse ernst und respektiere diese. Ich höre Dir zu, lese was Du mir schreibst und reagiere entsprechend darauf.

4. Wenn ich von Dir auf mein Angebot keine Antwort höre, dann melde ich mich via Telefon oder Email. Frage, ob Du noch Infos benötigst oder schicke Dir als Impuls einen passenden Artikel, ein Video oder eine Webinar-Aufzeichnung, die Dir weiterhilft (PULL).

5. Erfahre ich, dass Du krank bist und z.B. wie ich, nicht sprechen darfst, dann bekommst Du z.B. ein witziges Video zur Aufheiterung, einen inspirierenden Podcast oder einen Tipp für die Pflege Deiner Stimmbänder (ich weiß ja jetzt wie es geht ;-))

Und wenn ich mit Dir in Verbindung bleiben möchte, dann sende ich Dir ein paar Tage später vielleicht einen passenden Artikel zu Deinem Thema, der Dich mit wertvollen Infos unterstützt (PULL).

Natürlich sind das alles Aktionen, um Dich als Kunde zu gewinnen. Definitiv aber nicht mit der Brechstange, sondern mit echtem Interesse an Dir und Deiner aktuellen Situation.

Push vs. Pull

Mit Push-Marketing versucht man mit einem hohen Werbedruck, das Produkt oder die Dienstleistung im Markt zu platzieren und zu verkaufen. Das mag im Einzelhandel bei einer Produktneueinführung wunderbar sein aber im Beratungs-, Trainings- und Coaching-Business kann Dich das ganz schnell ins Aus führen. Je mehr Druck Du auf Deine Interessenten ausübst, um so verzweifelter wirkt die ganze Aktion und endet letztlich in schlechter PR für Dich.

Wenn Du auf Pull-Marketing setzt, in dem Du Deine Interessenten mit wertvollen Inhalten (Content-Marketing) sei es z.B. durch Videos, Blogbeiträge oder Webinare unterstützt und von Dir überzeugst, dann ziehst Du (pull) wie ein Magnet die richtigen Kunden an. Das schöne daran: Diese Kunden bleiben Dir treu und Du wirst von ihnen an weitere Ideal-Kunden empfohlen.

Die Dosis macht das Gift!

Wie immer macht die Dosis das Gift! Also überlege Dir gut, wo Du an welcher Stelle in welchem Umfang Push & Pull-Marketing einsetzt, damit sich für Dich immer die richtigen Türen öffnen.

Welche Erfahrungen hast Du schon mit Push- und Pullmarketing gemacht? Freu mich auf Deinen Beitrag dazu in den Kommentaren.

Smarte Grüße

Martina

Martina Fuchs - Smart zum Erfolg

 

 

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2 Kommentare
  1. Birgit Gatter sagte:

    Liebe Martina,
    beim Lesen habe ich mir zwischendurch gedacht, wie kann man nur so unsensibel sein. Vielen lieben Dank, dass du deine Erfahrungen hier mit uns teilst.
    Deine vorgeschlagene Strategie kann ich so unterschreiben, das hängt für mich auch mit dem Grundsatz „behandle Menschen so, wie du behandelt werden möchtest“ zusammen.
    Fein, dass es deiner Stimme wieder gut geht!

    Alles Liebe & viel Erfolg
    Birgit

    Antworten
  2. Barbara Fischer-Reineke sagte:

    Liebe Martina,
    ja, die feinfühlige Mischung von Push und Pull ist nicht jedem gegeben. Insgesamt habe ich mit magnetischem Marketing gute Erfahrungen gemacht. Mein Problem ist derzeit wohl eher (noch), dass ich zu selten „den Knopf dran mache“, wenn es in der Akquise ernst wird. Da wird wohl ein Verkaufstraining weiterhelfen (oder auch dein Kurs, auf den ich mich schon sehr freue 😉

    Viele herzliche Grüße,

    Barbara
    Die ErMUTigerin

    Antworten

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