KI-Empfehlungsliste: So schaffst du es als Experte auf die begehrte Shortlist!
Im KI-Zeitalter konkurrieren wir nicht mehr nur um Aufmerksamkeit. Wir konkurrieren vor allem um Empfehlungen.
Wenn heute über Künstliche Intelligenz gesprochen wird, dreht sich die Diskussion meist um effizientere Prozesse, bessere Prompts oder die Frage, wie sich mit ChatGPT schneller Inhalte erstellen lassen.
Das ist zweifellos spannend und verändert bereits heute unseren Arbeitsalltag. Ich glaube jedoch, dass wir dabei die eigentliche Entwicklung übersehen.
Die größte Veränderung findet nicht dort statt, wo Inhalte entstehen. Sie findet dort statt, wo Entscheidungen getroffen werden.
Stell dir vor, eine Unternehmerin sucht Unterstützung für die Positionierung ihres Unternehmens. Vor kurzem hätte sie wahrscheinlich Google geöffnet, verschiedene Webseiten besucht, sich durch LinkedIn-Profile gearbeitet und vielleicht noch ein paar Bewertungen gelesen. Am Ende Ihrer Suche hätte sie sich selbst aus all den Informationen ein Bild machen müssen.
Die neue Realität: Empfehlungen aus der Black Box KI
Heute läuft dieser Prozess immer häufiger anders. Sie öffnet ChatGPT, Claude oder Perplexity und stellt eine einfache Frage:
„Ich suche eine Expertin für Positionierung. Wen würdest du mir empfehlen?“
Diese eine Frage verändert gerade still und leise die Spielregeln im Marketing.
Denn Künstliche Intelligenz liefert keine lange Trefferliste mehr. Sie versucht, Komplexität zu reduzieren. Sie ordnet Informationen ein, vergleicht verschiedene Quellen und spricht konkrete Empfehlungen aus. Oft nennt sie nur drei oder vier Namen.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht mehr: Wirst du gefunden?
Die entscheidende Frage lautet: Wirst du empfohlen?
Warum KI die Suche verändert
Google hat uns über mehr als zwanzig Jahre daran gewöhnt, dass Sichtbarkeit bedeutet, möglichst weit oben in den Suchergebnissen zu erscheinen. Wer auf Seite eins stand, hatte gute Chancen, neue Kunden zu gewinnen. Suchmaschinenoptimierung wurde deshalb zu einer der wichtigsten Disziplinen im digitalen Marketing.
Mit generativer Künstlicher Intelligenz verändert sich dieses Prinzip grundlegend.
ChatGPT oder Claude präsentieren keine Liste mit zehn Links, aus denen wir selbst auswählen müssen. Sie übernehmen einen Teil der Denkarbeit. Sie fassen Informationen zusammen, priorisieren Quellen und geben eine Empfehlung ab.
Damit verändert sich die Rolle der Suchmaschine. Sie entwickelt sich Schritt für Schritt zu einem Empfehlungssystem. Aus meiner Sicht ist das der eigentliche Paradigmenwechsel.
Wir konkurrieren nicht mehr ausschließlich um Sichtbarkeit, sondern zunehmend darum, überhaupt auf der Empfehlungsliste einer KI zu erscheinen.
Der Concierge-Service im KI-Zeitalter
Um diese Entwicklung zu verstehen, hilft ein Bild, das wahrscheinlich jeder schon einmal erlebt hat.
Stell dir vor, du bist zum ersten Mal in Singapur, New York oder Tokio. Du kennst die Stadt nicht, möchtest aber am Abend in ein wirklich gutes Restaurant gehen.
Natürlich könntest du dein Smartphone zücken und bei Google suchen. Du würdest unzählige Restaurants finden, Bewertungen lesen und versuchen herauszufinden, welche Empfehlung wirklich zu dir passt.
Oder du gehst zum Concierge deines Hotels. Du fragst ihn ganz einfach:
„Welches Restaurant würden Sie mir empfehlen?“
Der Concierge beginnt nun nicht, dir zwanzig Möglichkeiten aufzuzählen, Genau dafür braucht niemand einen Concierge. Sein eigentlicher Wert besteht darin, dir Orientierung zu geben und nach deinen Vorlieben Informationen zu filtern und Erfahrungen zu bewerten auf Basis deren er dir eine Empfehlung auspricht, hinter der er mit gutem Gewissen stehen kann. Genau deshalb vertrauen wir seiner Einschätzung.
Genau diese Rolle übernimmt Künstliche Intelligenz immer häufiger. Sie ersetzt nicht unsere Entscheidung, sondern sie übernimmt die Vorauswahl. Und genau deshalb wird Empfehlbarkeit zu einer der wichtigsten Währungen im Marketing.
Warum viele hervorragende Expertinnen trotzdem nicht empfohlen werden
An dieser Stelle höre ich häufig den Einwand: „Ich veröffentliche doch regelmäßig Inhalte. Ich habe eine professionelle Website, schreibe Newsletter und bin auf LinkedIn aktiv.“
Das alles ist wichtig. Aber all das beantwortet noch nicht die entscheidende Frage. Welches Bild entsteht aus allen Informationen, die eine KI über dich findet?
Künstliche Intelligenz bewertet nicht, wie viel Zeit du in einen Blogartikel investiert hast oder wie aufwendig dein Podcast produziert wurde. Sie erkennt vielmehr Muster. Sie versucht zu verstehen, wofür du stehst, welches Problem du löst und warum gerade du für eine bestimmte Fragestellung relevant bist.
Kompetenz vs. Positionierung
Genau hier liegt die größte Herausforderung vieler Expertinnen und Experten. Nicht ihre Kompetenz ist das Problem, sondern ihre Positionierung.
Wenn deine Website über Positionierung spricht, dein LinkedIn-Profil hauptsächlich Social-Media-Marketing behandelt, dein Podcast KI erklärt und dein Newsletter immer wieder ganz andere Themen aufgreift, entsteht kein eindeutiges Profil. Jedes einzelne Thema mag sinnvoll sein. Zusammengenommen wird es jedoch schwierig, dich klar einzuordnen.
Für Menschen wirkt das beliebig und für eine KI wird daraus ein unscharfes Muster. Und was nicht eindeutig ist, wird seltener empfohlen.
Positionierung wird zur Sprache der KI
Seit vielen Jahren begleite ich Unternehmen, Unternehmerinnen und Experten dabei, ihre Experten-Positionierung im Markt zu schärfen. Lange Zeit ging es dabei vor allem darum, dass potenzielle Kunden möglichst schnell verstehen, wofür jemand steht.
Heute bekommt Positionierung eine zusätzliche Bedeutung. Sie hilft nicht mehr nur Menschen dabei, dich richtig einzuordnen, sondern sie hilft auch Künstlicher Intelligenz.
Je klarer deine Botschaft ist, je konsistenter deine Inhalte über Website, LinkedIn, Podcast, Interviews und Fachartikel hinweg sind und je konsequenter du diese Botschaft über einen längeren Zeitraum kommunizierst, desto einfacher kann eine KI deine Expertise erkennen und bei passenden Anfragen berücksichtigen.
Ich bin deshalb überzeugt, dass Positionierung durch KI nicht an Bedeutung verliert. Das Gegenteil ist der Fall. Sie wird wichtiger als je zuvor.
Mein Fazit
Viele Unternehmen beschäftigen sich derzeit mit der Frage, wie sie Künstliche Intelligenz nutzen können, um schneller Inhalte zu produzieren oder effizienter zu arbeiten. Das ist sinnvoll und wichtig. Die spannendere Frage lautet jedoch:
Was passiert, wenn eine KI alle Informationen, die sie über dich und deine Marke findet, zusammensetzt?
Entsteht daraus ein klares Expertenprofil und strategisches Markenbild oder lediglich ein Sammelsurum an Information?
Genau diese Antwort entscheidet künftig immer häufiger darüber, ob dein Name genannt wird, wenn potenzielle Kunden eine Empfehlung suchen.
Früher ging es darum, gefunden zu werden.
Heute geht es darum, wiedererkannt zu werden.
Nur wer eindeutig wiedererkannt wird, kann auch empfohlen werden.
Wenn du verstehen möchtest, wie ChatGPT, Claude und andere KI-Systeme Experten auswählen und welche Rolle Positionierung dabei spielt, dann ab zu dieser Fox-Cast-Episode.
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